Kompostiere Lebensmittel

Seit Millionen von Jahren verrotten die Abfälle der Natur an Ort und Stelle zu Humus. Bei der Kompostierung wird dieser natürliche Prozess im Garten genutzt. Die Kompostierung ist damit das älteste und einfachste Recyclingverfahren der Welt. Sie hat mehrere Vorteile: Garten- und Küchenabfälle, die im Garten kompostiert werden, müssen nicht als Abfall entsorgt werden. Kompost vitalisiert den Boden und ist ein hervorragender Dünger. Gegenüber der Entsorgung von Bioabfällen in der „Biotonne“ entfallen bei der eigenen Kompostierung der Lkw-Transport zur Kompostanlage und die damit verbundenen Lärm- und Schadstoffemissionen. Sinnvoll ist die eigene Kompostierung jedoch nur, wenn auch ein Bedarf für den erzeugten Kompost vorhanden ist. Wenn keine ausreichenden Gartenflächen mit Beten vorhanden sind, kann auch die Kompostdüngung zu einer Überversorgung des Bodens führen.

Wenn du beim Kompostieren einige einfache Regeln beachtest, entstehen keine Geruchsbelästigungen und du erhältst einen guten Kompost.

Platzwahl: Als Kompostplatz eignet sich ein (halb-)schattiger Platz auf offenem Boden. Ein Drahtgitter am Boden kann das Eindringen von Nagern verhindern. Der Kompostplatz sollte bequem zu erreichen sein. Um Streitigkeiten mit Nachbarn zu vermeiden, sollte der Kompostplatz einen ausreichenden Abstand von der Grundstücksgrenze haben, insbesondere von Terrassen oder Fenstern. Mit einer Wurmkiste (siehe unten) kann sogar auf Balkonen oder in Innenräumen kompostiert werden.

Behälterwahl: Es besteht die Wahl zwischen offenen Systemen (Miete, Draht- oder Latten-Komposter) und geschlossenen Schnell- oder Thermokompostern. Bei offenen Systemen geschieht der Wasser- und Luftaustausch natürlich und abhängig von der herrschenden Witterung . Schnellkomposter bestechen durch einen sehr geringen Platzbedarf. Bei kleineren zu kompostierenden Abfallmengen verhindern die geschlossenen Seitenwände eine zu schnelle Austrocknung und Abkühlung des Kompostes. Bei geschlossenen Kompostern sollte besonders auf eine ausreichende Belüftung geachtet werden. Eine mögliche Vernässung des Materials ist zu vermeiden. Häufigeres Umsetzen des Kompostes kann dabei Fäulnisprozesse verhindern.

Grundregeln des Kompostierens: Die Kunst des Kompostierens besteht darin, für die Mikroorganismen günstige Bedingungen zu schaffen. Dazu sollte der Kompost gut durchlüftet und feucht (aber nicht nass) sein sowie möglichst große Oberflächen haben. Die einfachste Grundregel hierfür lautet: Den Kompost mit möglichst unterschiedlichen Kompostmaterialien gut durchmischt aufsetzen. Dies lässt sich durch verschiedene „Materialschichten“ erreichen. Bei Schnellkompostern empfiehlt sich das Bereithalten von trockenen Gartenabfällen wie kleinen Ästen, Rindenmulch, Holzmehl oder Stroh. Diese können regelmäßig dazugegeben werden.

Unkraut und Pflanzenkrankheiten: Samen und Wurzeltriebe von Unkräutern und anderen unerwünschten Pflanzen werden im Gartenkompost in der Regel nicht abgetötet. Auch bestimmte Pflanzenkrankheiten können über den Kompost verbreitet werden. Entsprechende Gartenabfälle sollten über die Biotonne entsorgt werden. In Kompostierungs- und Vergärungsanlagen werden Samen und Pflanzenkrankheiten aufgrund der im Prozess erreichten hohen Temperaturen sicher abgetötet.

Kompostieren lassen sich alle organischen Materialien wie:

  • (verdorbene) Lebensmittel, altes Brot, gekochte Nudeln, Reis, Kartoffeln
  • Teebeutel, Zellstoff, Kaffeereste und Filtertüten
  • Inhalt aus dem Staubsaugerbeutel
  • Baumwolle, Wolle, Federn, Tier- und Menschenhaare
  • Küchenpapier, Pappen, Zeitungen
  • zerkleinerte Eierschalen
  • sämtliche Gartenabfälle, wie zum Beispiel Gras- und Rasenschnitt
  • Laub und zerkleinerter Baum- und Heckenschnitt (bis 20 cm Länge)
  • geringe Mengen Sägemehl oder Holzasche
  • Kot von Pferden, Kühen, Schweinen, Nagetieren und Vögeln

ungeeignete Materialien sind:

  • Fleischabfälle in größeren Mengen
  • Essensreste mit hohem Salzgehalt
  • größere Mengen an Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen
  • große Mengen an Blättern von Eiche, Buche, Nuß- oder von Nadelbäumen
  • Milchprodukte, Fette, Knochen
  • Katzen-oder Hundekot
  • bunt bedrucktes Papier, Hochglanzpapier
  • Plastik, Glas, Metall

Weiterführende Informationen:

kompost-tipps.de: Was darf auf den Kompost?

lfu.bayern.de: Kompostierung – hygienische Aspekte

 

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