Senke deinen Wasserverbauch

Die Erdoberfläche ist zu ungefähr zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Jedoch besteht fast der gesamte Teil des weltweiten Wasservorkommens aus Salzwasser (96,5 Prozent), dass in den Ozeanen und Meeren zirkuliert. Der Anteil des Süßwassers am Wasserhaushalt der Erde fällt mit 2,6 bis 3,5 % sehr gering aus. Der größte Teil unseres globalen Süßwasservorkommens ist in Gletschereis sowie dem Eis der Polkappen gebunden oder liegt als Grundwasser tief im inneren der Erde verborgen.

Die Gesamtwassermenge auf der Welt kann nicht aufgebraucht werden – im Gegensatz zu anderen Rohstoffen wie Erdöl oder Kohle. Dies liegt daran, weil Wasser ein Teil eines Kreislaufs ist und lediglich seinen Aggregatzustand ändert: Aufgund der Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser auf dem Festland sowie den Ozeanen. Dieser Wasserdampf gelangt als Luftfeuchtigkeit in die Atmosphäre, kondensiert dort und fällt als Niederschlag auf die Erde zurück.
Was sich allerdings verringern kann, ist die Menge des nutzbaren Wassers! In vielen Erdregionen werden die Wasservorräte stärker genutzt, als es ökologisch sinnvoll ist. Die Folge ist, dass über drei Milliarden Menschen in Ländern mit Waserknappheit leben. Zu diesem Ergebnis kommt der Weltwasserbericht der Vereinten Nationen.

In Deutschland sieht die Lage hingegen entspannter aus: Der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch pro Kopf ist in den Jahren zwischen 1990 und 2013 von 147 auf 120 Liter gesunken. Die Wasserreserven Deutschlands sind groß – so wurde im Jahr 2016 lediglich 12,8 Prozent (24 Milliarden Kubikmeter) des zur Verfügung stehenden nutzbaren Wassers verbraucht.  Dennoch sind wir Deutschen, wie viele andere europäische Länder auch, Mitverursacher der Wasserprobleme anderer Regionen. Dies geschieht zum Beispiel durch den Import von Baumwolle oder Rindfleisch, deren Herstellung teils gewaltige Wasserresourcen benötigen. So haben auch wir eine moralische Verpflichtung Wasser einzusparen. Nachfolgend möchte ich euch ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie dies geschehen kann.

Toilettenspülung
Die Toilette ist einer der größten Verbraucher im Haushalt. Heutzutage sind Spülkästen in der Regel mit Spartasten ausgestattet, sodass beim Spülen nicht jedes mal der gesamte Spülkasten entleert wird. Sollte euer Modell so eine Wasser-Stopp-Automatik noch nicht besitzen, lohnt es sich diese nachzurüsten.

Duschen statt Baden
Für ein Vollbad in der Badewanne werden ca. 150 bis 200 Liter benötigt, bei einem Duschbad jedoch nur ca. 35 Liter. Während des Einseifens sollte man natürlich das Wasser abstellen. Auch über den Kauf einer Wassersparbrause sollte man nachdenken. Diese reichert das Wasser zusätzlich mit Luft an, wodurch der Wasserverbrauch sinkt.

Geschirrspülmaschine nutzen
Vorausgesetzt man schaltet die Maschine erst ein, wenn sie voll ist, arbeitet ein Geschirrspüler wesentlich effektiver und ist dabei noch sparsamer als die Reinigung mit der Hand. Ein händisches Vorspülen entfällt. Viele moderne Geräte bieten auch einen strom- und wassersparenden Ecomodus an. Achtet beim Kauf von Geschirr­spüler und Wasch­maschine auf die Effizienz­klasse A+++ und den „Blauen Engel“.

Waschmaschine
Auch hier sollte das Gerät erst laufen, wenn es auch komplett gefüllt ist. Heutige Waschmaschinen verbrauchen, im Vergleich zu Geräten aus den 90iger Jahren, bis zu 40 % weniger Wasser. Ist die Wäsche stark verschmutzt, sollte besser länger anstatt heißer gewaschen werden, denn dank moderner Kaltwaschmittel genügen meist niedrigere Temperaturen.

Dichtungen und Dämmung prüfen
Poröse oder verkalkte Dichtungen sorgen oftmals für tropfende Wasserhähne, leckende Brauseschläuche oder undichte Spülkästen. Im Baumarkt oder dem Fachhandel gibt es Ersatzteile, sodass einer Reparatur nichts im Wege stehen sollte.
Oft sind die Leitungen zwischen Warmwasserspeicher und Wasserhähnen ungenügend oder gar nicht gedämmt und auch die Dämmung des Warmwasserspeichers lässt sich manchmal verbessern.

Regenwasser nutzen
Gesammeltes Regenwasser kann zum Beispiel für die Gartenbewässerung oder die Toilettenspülung verwendet werden. Im Vergleich zu einer Zisterne (also einem Wassertank) ist der Einsatz einer Regentonne eine preiswerte Alternative.

Fleischverzicht
Die Forschungsstelle der Europäischen Kommission kommt im Fachjournal „Nature Sustainability“ zu dem Schluss, dass der Verzicht auf Fleisch den Wasserverbrauch für die Lebensmittelproduktion teilweise um die Hälfte senken könnte. Je nach aktuellem Konsum könnte der Wechsel zu einer gesunden Ernährungsweise mit wenig Fleisch zu einer Wasserersparnis von 11 bis 35 Prozent führen. Bei einer Ernährung ohne Fleisch, aber mit Fisch, würden 33 bis 55 Prozent eingespart, bei rein vegetarischer Lebensweise 35 bis 55 Prozent.


Weiterführende Informationen:

Weltagrarbericht.de: Wege aus der Hungerkrise

Unesco.de: Weltwasserbericht 2018

Fao.org: AQUASTAT – FAO’s Global Information System on Water and Agriculture

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