Engagiere dich als Staatsbürger*In

Rechtsextremisten, Nazis, selbsternannte Patrioten, Holocaust-Leugner, „besorgte“ Bürger, Faktenverweigerer, … – die Liste der Demokratie-Gegner ist lang. Solche Menschen ziehen teilweise marodierend durch unsere Straßen und fordern pöbelnd den Umsturz des Systems, die Abschaffung der Altparteien, die Verfolgung von Journalisten und noch weitaus Schlimmeres. Bestärkt durch die Brandstifter der AfD fühlen sich viele dieser Menschen von der „Elite“ unterdrückt, zensiert, vergessen und/oder fehlverstanden. Diesen Leuten darf man allerdings nicht die (politische) Bühne überlassen. Da wo es möglich ist, muss man gegen diese Kräfte argumentieren. Das geht nur durch eine offene Positionierung gegen Rechts, gegen Ungleichheit, gegen Ausgrenzung und gegen Unmenschlichkeit.

Während die politische Situation in Deutschland zusehends kritischer wird und die antifreiheitlichen Kräfte aktiv daran arbeiten unsere Demokratie auszuhöhlen, ist es die Pflicht eines jeden Bürgers / einer jeden Bürgerin für die freiheitlich demokratische Grundordnung einzustehen!  Sich als Staatsbürger*In zu engagieren bedeutet sich für die Demokratie einzusetzen. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Hier habe ich einmal ein paar konkrete Wege aufgezählt, wie jeder Einzelne von uns einen Unterschied machen kann:

Informiere dich
Nur jemand der informiert ist kann aufgrund seines Wissens eine rationale Entscheidung treffen! Recherchiere, ob Flüchtlinge wirklich krimineller sind, als Deutsche. Frag Freunde und Arbeitskollegen wieso Rechtsextreme, die Politiker ermorden und Flüchtlingsheime anzünden keine Terroristen sind. Lies seriöse Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine, die Süddeutsche oder die Zeit, um über das Tagesgeschehen informiert zu sein. Beteilige dich an Diskussionen in den Kommentarspalten, am Kneipenstammtisch oder bei Twitter. Denke daran: Es geht nicht darum jede Diskussion zu gewinnen, sondern zu verstehen, wie sich eine Meinung bildet, warum sie vertreten wird und wie man ihr am Besten mit Fakten, Logik und gesundem Menschenverstand begegnen kann.

Gehe wählen
Das dürfte relativ selbsterklärend sein: Wählen ist die erste Bürgerpflicht!  Egal, ob es sich um eine Wahl auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene handelt: Gib deine Stimme ab, damit deine Meinung politisch gehört wird! Aus Protest absichtlich nicht wählen zu gehen und damit die Wahlbeteiligung zu drücken, stärkt vor allen Dingen die extremen Ränder.

Tritt in eine Partei ein
Politik ist kein Selbstzweck und auch keine Dienstleistung. Sie kann von dir genau so mitgestaltet werden, wie von jedem anderen. Wenn du in einer Partei politisch aktiv werden möchtest, solltest du dir zunächst eine Organisation aussuchen, die mit deinen Wertvorstellungen übereinstimmt. Bei allen großen Parteien kann man auf deren Website online Mitgliedsanträge ausfüllen. Falls du keine Partei findest, die sich mit deinen Vorstellungen deckt, gibt es noch Plan B:

Gründe eine Partei
Jede*r hat in Deutschland das Recht eine Partei zu gründen. Dabei gilt es allerdings, dank des Parteiengesetzes, ein paar Punkte zu beachten:

    • Der Parteivorstand muss aus mindestens drei Mitgliedern bestehen.
    • Deutsche Staatsbürger in der Partei müssen in der Mehrheit sein.
    • Der Sitz der Partei muss sich in Deutschland befinden.
    • Der Parteiname darf anderen Parteien nicht ähneln.

Besuche (lokal-)politische Veranstaltungen
Du kannst dich beispielsweise an offenen Diskussionsrunden beteiligen. Diese bieten oft die Möglichkeit zum einen aktuelle Probleme und Herausforderungen direkt zu adressieren und zum anderen Anregungen und Informationen zu erhalten. Bei solchen Veranstaltungen lernt man natürlich auch Gleichgesinnte kennen.

Erstelle, unterzeichne und teile Petitionen
Petitionen sind meist politische Anliegen, die an Politiker*Innen gerichtet sind. Die Internetseite des Deutschen Bundestags bietet zum Beispiel die Möglichkeit eine eigene Petition online einzureichen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Plattformen, die ähnliche Dienste anbieten:

change.org, openPetition, AVAAZ

Nimm an Demonstrationen teil 
Finde Themen, die du unterstützen willst. In den bundesdeutschen Großstädten gibt es viele Gelegenheiten demonstrieren zu gehen. Wichtige aktuelle Herausforderungen unserer Zeit sind (und dies ist bei weitem keine abschließende Liste) beispielsweise der Klimawandel, Diskriminierung von Frauen, Ausländerhass und aufkeimender Nationalismus.

Politisches Engagement im Alltag
Oftmals haben wir im Alltag die Chance für unsere Überzeugungen und Meinungen einzustehen. Dies kann zum Beisiel bei einer Unterhaltung mit der Familie am Esstisch sein oder auch beim Kneipenabend mit Freunden. Familie und Freunde kann man für wichtige gesellschaftliche Themen sensibilisieren und im besten Fall sogar ein Problembewusstsein schaffen. Ein offener Meinungsaustausch sowie eine konstruktive, faktengetriebene und unemotionale Diskussion liefern hierbei möglicherweise Denkanstöße, die die bisherigen Perspektiven der Beteiligten erweitern können.

Zeige Zivilcourage
Themen wie sexuelle Belästigung, Antisemitismus, Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen, Rassismus, usw. gibt es Zuhauf – Menschen, die sich dagegen klar positionieren und die sich für die Belange von belästigten und diskriminierten Minderheiten eintreten, jedoch eher nicht. Greife in solchen Situationen ein, solange du dich nicht selbst in Gefahr bringst! Sprich Andere direkt an, um dich dabei zu unterstützen!


Weiterführende Informationen:

Zeit.de: Wann, wenn nicht jetzt

Freiheit.org (Friedrich Naumann Stiftung): So geht der Weg in die Politik

Freiheitsrechte.org: Gesellschaft für Freiheitsrechte

Genderdings.de: Politisches Engagement erklärt

Zeit.de: Sind Ausländer häufiger kriminell als Deutsche?

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